Kommentar zu Jonas Hector

Von Ralf Friedrichs

Die Nachricht kam genau richtig, nach den Tränen des Vortags platzte heute Mittag die Info rein, das Jonas Hector dem 1. FC Köln die Treue hält. Trotz des 99,9999% sicheren Abstiegs – den er übrigens nur zum Teil mitverbockte (fast die komplette Hinrunde verletzt) – geht er nun nicht nur mit in die zweite Liga, sondern verlängert sogar noch seinen Vertrag bis 2023. Ein geradezu unschätzbar wichtiges Signal, wie ja auch allgemein kommentiert wird.

 

Für mich war die Nachricht keine Sensation, aber überrascht bin ich dennoch, das sich die Anzeichen seines Verbleibs tatsächlich bewahrheitet haben. Schon Ende März erzählte Stefan Ruthenbeck beim „Quo Vadis, 1. FC Köln“ Talk, das dies recht wahrscheinlich sei. Außerdem leistete er sich in den letzten zwei Jahren bereits den Luxus, Anfragen von Paris St. Germain, FC Barcelona oder dem FC Chelsea abzulehnen. Nun waren scheinbar Bayern und der BVB an ihm dran. Aber Hector bleibt in Köln.

Jonas Hector ist eben ein ganz besonderer Profi, vielleicht nicht der leutseligste Typ, der Kameras, Autogrammjäger und Fantreffs sucht. Aber eben ein zuverlässiger und erdverbundener Mensch, der in Köln seine zweite Heimat gefunden hat.

Für mich bleibt sein Auftritt beim FC-Stammtisch Talk im November 2013 natürlich in Erinnerung, am Folgetag seines ersten Profitors beim 4:0 über Union Berlin. Herrlich, wie er damals – übrigens durchaus charmant und erzählfreudig – darüber sinnierte, das er „gar nicht wusste, wie man nun jubeln soll“. Auch ansonsten war sein Auftreten ggü. Fans und allen anderen vor Ort tadellos (gab Autogramme en massé, siehe auch Fotos). Als auf dem Tisch ein Glas umkippte, spielte er – obwohl an der Aktion unschuldig – den „Ausputzer“ und wischte den Tisch wieder sauber. Eigentlich eine unwichtige Banalität, aber irgendwie doch passend zu einem Profi, der einfach anders ist als andere.

Sein Zeichen, welches er nun setzte, kann für den FC ganz wichtig sein. Zunächst natürlich wegen der Personalplanung, mit ihm und auch Marco Höger (dies soll nicht vergessen werden) hat der FC bereits zwei wichtige Säulen für den Kampf um den Aufstieg. Aber eben auch um die Fans, die einen unwürdig quälend-langen Abstieg ertragen mussten, wieder für die neue Spielzeit zu motivieren. Dies dürfte nach einem ersten Blick auf die Reaktionen vollauf gelungen sein.

Nun sind auch noch andere Spieler am Zug, warten wir es ab.

PS: Das es Hector ist, der das Cover des „So ein Tag – Der Weg nach Europa“ Buchs zum Europapokalerfolg ziert, scheint dann auch kein Zufall zu sein …

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Der Abschied der 2012er ?

HORN-Tränen

Die Tränen des Timo Horn (Screenshot / Sky)

Selbst hartgesottenen FC-Fans und kritischen Geistern dürften die Szenen nach dem Abpfiff beim 2:2 des 1. FC Köln gegen Schalke nicht kalt gelassen haben. Die Tränen eines Timo Horn, der leere Blick von Jonas Hector oder der Anblick der ebenfalls völlig fertigen Dominik Maroh und Marcel Risse, sie zeigen das den Kernspielern einer Mannschaft, die ab dem Sommer 2012 den Weg von der 2. Liga bis nach Europa schaffte, … das ihnen dieser völlig unnötige Abstieg extrem zu Herzen geht.  Dabei besteht noch immer eine barbarisch-fiese 0,001 % Chance (geschätzt), diesen bitteren Gang zu verhindern. Das grausame Spiel des längsten Abstiegs aller Zeiten geht also weiter, auch jetzt – nach 31 Spieltagen – ist der FC theoretisch immer noch nicht definitiv zweitklassig. Aber nur die allerkühnsten Optimisten oder reine Mathematiker ohne fußballerischen Realitätssinn rechnen sich nun nach dem 2:2 gegen Schalke noch eine Chance aus.

Das Spiel lief ein wenig wie die Saison, ganz besch…..eiden angefangen, lange Zeit völlig chancenlos, um dann mit ein wenig Glück am Ende sogar die Chance zu haben, das Dinge noch für sich zu entscheiden.  Verdient wäre das aber nicht gewesen.

Horn, Maroh, Hector und Co. legten die Basis

Beim FC steht zunächst einmal sportliche Trauerverarbeitung an. Dazu gehört auch, diese Mannschaft bei allem Ärger nicht in Bausch und Bogen zu verdammen. Die erwähnten Spieler Horn, Maroh, Hector, dazu Haudegen wie Thomas Kessler und Matthias Lehmann haben ab 2012 die Suppe ausgelöffelt, die andere dem Verein eingebrockt haben. Ihre Leistungen auf dem Platz brachten dem FC den Aufstieg und waren die Basis für weitere Verstärkungen wie u.a. zwischenzeitlich Modeste oder Heintz, Höger und Bittencourt.

Abstieg – ein „Gesamtkunstwerk“ aller beim FC beteiligten Protagonisten

All das hat den FC bis ins jetzt schon legendäre Spiel bei Arsenal London geführt. Doch der wahr gewordene Traum endet nun in einem realen Alptraum, der Absturz ist riesig und er ist hausgemacht. Miserable Schiedsrichterentscheidungen, ein absurd umgesetzter Videobeweis und Verletzungsprobleme sind Teilgründe, dürfen aber keine Ausrede sein für den nun folgenden Gang in die Zweitklassigkeit. Es lag aber nicht nur an den sportlichen Leistungen der Spieler, sondern hauptsächlich an zuvor erfolgreichen Verantwortlichen, die an den Schaltstellen ab Sommer 2017 eklatante Fehler produzierten. Ein jeder mag für sich entscheiden, wer dies ist und wieviel Anteil daran zu vergeben ist. Letzten Endes ist der Abstieg des 1. FC Köln ein „Gesamtkunstwerk“ aller beim FC beteiligten Protagonisten.

Der Abschied der 2012er

Die Spieler haben in ihren ehrlichen Reaktionen gezeigt, dass ihnen der Abstieg des FC nicht am Allerwertesten vorbei geht. Es wäre ausgesprochen cool, wenn sie nun das nächste Zeichen setzen und ihren Beratern mitteilen, dass sie für einen Wechsel nicht zur Verfügung stehen. Aber dieser Gedanke ist dann wohl doch eine Spur zu naiv.

Realistischer ist wohl eher ein weiterer Neuaufbau, nicht alle Spieler werden bleiben, wie beispielsweise Dominik Maroh, der scheinbar nicht mehr gefragt ist. Weitere Spieler werden gehen und somit verabschiedet sich in den letzten drei Spielen wohl nicht nur der FC aus Liga 1, sondern eine Mannschaft, die den Fans ab 2012 lange Zeit viel Freude bereitete.

Die Zukunft des 1. FC Köln ist offen. Hoffentlich haben alle Verantwortlichen des 1. FC Köln aus dieser Horror-Saison gelernt.

Die Bilanz des Stephan Ruthenbeck

FC Stammtisch - 100

Stephan Ruthenbeck

Der Vertrag von Stephan Ruthenbeck als Cheftrainer des 1. FC Köln wird also nun, wie ursprünglich geplant, nur bis Saisonende Bestand haben. Eine Verlängerung des Kontrakts wird es ligaunabhängig nicht geben. Dies ist seit gestern öffentlich.

Egal, wie man nun allgemein zu dieser Maßnahme steht, dem Manne ist Dank zu zollen. Als er den Posten übernahm, war die Mannschaft ein sportlicher Trümmerhaufen, eine fast schon europaweite Lachnummer. Eine mit Hohn und Spott  – und dessen Steigerung – mit Mitleid belegte Karikatur eines Fußballteams. Die bis dahin errungenen drei Punkte ein Wert, der unterhalb aller Minusrekordmarken lag. Das Team hatte konditionell abgewirtschaftet und befand sich auf dem Höhepunkt einer rätselhaften Verletzungswelle, die nicht wenige Experten mit falschen Trainingsgrundlagen aus der Sommer-Vorbereitung erklärten. Ob dies so war, kann heute niemand sagen, wahr aber ist, um eine solche „Horrortruppe“ zu übernehmen, dazu gehört Schneid und wahrscheinlich muss man den Verein auch wirklich mögen, um sich so etwas anzutun.

Kaltstart aus dem Stand & „Trau dich“

Eine ausgedehnte Vorbereitung hatte Ruthenbeck nicht, er musste aus dem Stand funktionieren. Der Kaltstart ging zunächst in die Hose, in Belgrad verspielte das Team die Chance aufs Weiterkommen in Europa, auch gegen Freiburg setzt es eine erschütternde 3:4 Heimniederlage nach 3:0 Führung. Immerhin, der FC schoss wieder Tore, sogar nach Standards. Doch die mangelhafte Kondition war es am Ende, die dieses Spiel kippen ließ. Wenige Tage später war gegen die übermächtigen Bayern schon der Liga-Gegentorrekord befürchtet worden, doch der FC überraschte und verlor lediglich mit dem knappsten aller Ergebnisse. Fast wäre dem überraschend als Stürmer aufgestellten Forrest Gump-Klünter sogar noch das 1:1 gelungen. Es wäre nicht einmal unverdient gewesen. In Erinnerung blieb auch ein laut gerufenes „Trau dich“, welches Ruthenbeck dem eingewechselten Nachwuchsspieler Chris Führich für alle hörbar dank der Stadionmikrofone zurief. Der Youngster ließ daraufhin 3-4 Weltklasse Bayern stehen wie Slalomstangen, nur der Abschluss passte nicht.

„Trau dich“, dies galt auch für Stefan Ruthenbeck, der mehr und mehr in seine Rolle fand. Im 17. und letzten Spiel der Hinrunde gelang endlich der erste Sieg gegen den VfL Wolfsburg, die historisch schlechteste Hinrunde aller Mannschaften aller Bundesligazeiten – immerhin seit 55 Jahren – war mit Ach und Krach noch abgewendet worden. Dennoch waren die sechs Punkte insgesamt ein erbärmlich schlechter Wert, trotz des Erfolgserlebnisses rechnete kaum jemand mit einer Chance, noch einmal in den Abstiegskampf eingreifen zu können.

Drei Siege am Stück – Die Hoffnung überlebte

Doch der FC unter Ruthenbeck überraschte, die beiden ersten Spiele nach der Winterpause gegen Mönchengladbach und in Hamburg entschied der 1. FC Köln für sich. Gerade im Derby war sicher etwas Glück dabei, doch dies hatte sich das Team auch erarbeitet. Diese drei Siege am Stück, welche dem Verein schon lange nicht mehr gelungen waren, setzten Hoffnungen frei. Man glaubte an das Wunder, der FC schoss wieder Tore, war insgesamt wieder konkurrenzfähig geworden. In der kurzen Winterpause hatte sich auch die Kondition wieder erheblich verbessert und viele Verletzte kehrten zurück. Dazu kamen mit Terodde und Koziello zwei vielversprechende Neuzugänge. Die Standards, jahrelang eine Problemdisziplin, funktionierten dank erweitertem Training deutlich besser und sorgten wieder für Gefahr. Die Geißböcke wirkten wieder gefestigter.

Ein Parforceritt durch die weiteren Rückrundenspiele, die Ruthenbeck zu verantworten hat, zeigen dann Licht und Schatten seiner Trainerarbeit. Negativ fiel auf, dass das Team oftmals wichtige Big Points liegenließ, denn mehr als die erreichten drei Punkte aus den Heimspielen gegen Augsburg, Hannover, Stuttgart und Mainz waren sicher möglich. Auch gegen den BVB war ein Punkt drin, gerade in diesem Spiel zeigte sich, das der FC auf einem schmalen Grad unterwegs war, denn da ein Remis dem Verein kaum half, musste mehr riskiert werden. Das ging Dortmund in die Hose, der FC lief kurz vor Schluss in einen Konter und blieb ohne Punkte.

Licht und Schatten im ständigen Wechsel

Die schwächsten Darbietungen zeigte der FC dann auswärts in den Spielen in Frankfurt, Bremen und vor allem in Hoffenheim. Mit 6:0 wurde der FC nach allen Regeln der Fußballkunst im Kraichgau abgefertigt und war dabei sogar noch gut weggekommen. Niemand hätte sich beschweren können, wenn es zweitstellig ausgegangen wäre. In diesem Spiel versagten alle, die Spieler auf dem Platz, aber auch das Trainerteam, welches relativ hilflos dem Treiben zusah, viel zu spät eingriff und sich dabei auch fragwürdige Wechsel erlaubte. Ein wieder einmal schwarzer Tag, von dem sich das Team leider auch kaum erholte, wie sich im extrem wichtigen Spiel gegen Mainz 05 zeigen sollte.

Doch es gab auch positives zu sehen, nach dem ersten, richtigen Derbysieg über Gladbach schaffte der FC auch den Triumph im „Derby light“. Gegen Leverkusen zeigte das Team eine ganz starke Partie und lieferte die beste Gesamt-Heimvorstellung im Kalenderjahr 2018 ab. In Leipzig steigerte sich der FC nach schwacher erster Halbzeit enorm und gewann am Ende verdient bei der eher semi-beliebten Niederlassung eines Brauseherstellers.  Den Schwung aus diesem Spiel nahm man mit und spielte 44 Minuten faszinierend gut gegen den VfB Stuttgart, dem aber noch vor der Halbzeit zwei absurde Treffer gelangen. Ausgerechnet der sonst zuverlässige Timo Horn im Tor der Geißböcke erwischte einen üblen, gebrauchten Tag. Am Ende verlor der FC ein Spiel mit 2:3, welches er niemals verlieren durfte.

Fünf Partien sind nun noch zu spielen, die Chance, den Relegationsplatz zu erreichen ist noch da, aber sie ist durch sechs Punkte Abstand und einem miserablen Torverhältnis deutlich geringer geworden. Nachdem für alle nun klar zu sein scheint, das die zweite Liga nicht mehr zu verhindern ist, hat nun Armin Veh (Geschäftsführer Sport) verkündet, dass der Vertrag des Trainers nicht verlängert wird.

Einem Abstiegstrainer danken? Ausnahmsweise Ja …

Dennoch hat Stefan Ruthenbeck insgesamt einen mehr als nur ordentlichen Job gemacht. Muss man einem Trainer, der (höchstwahrscheinlich) am Ende den Abstieg als Abschluss-Ergebnis vorzuweisen hat, dafür dennoch danken? Im Normalfall natürlich nicht, in diesem Fall aber schon. Sein Punktschnitt von 1,2 deutet auf eine 41 Punkte-Saison hin und hätte den Klassenerhalt bedeutet. In der Rückrundentabelle liegt der FC auf Platz 10. Man kann sicher einiges an ihm, seiner Art, der Außendarstellung, seinem Training/Coaching kritisieren … man kann auch sagen, dass er nicht der richtige Trainer für die weitere Zukunft des 1. FC Köln ist.

Aber ganz sicher kann niemand behaupten, dass er in erster Linie den wahrscheinlichen Abstieg des 1. FC Köln zu verantworten hat. Er wird vermutlich den FC nicht vor dem Fall in die zweite Liga bewahren, aber er hat großen Anteil daran, dass dies nach der katastrophalen Hinrunde noch in sportlicher Würde und nachgewiesener Konkurrenzfähigkeit geschieht.

Also, Danke Stefan Ruthenbeck!

 

PS: … und wenn das „Wunder“ Klassenerhalt noch funktioniert, dann erhält dieser Text ein Update!

1-RF-Ruthe

„Quo Vadis, 1.FC Köln“ – Fans, Stefan Ruthenbeck & Mitgliederräte diskutieren

Der komplette „Quo Vadis. 1. FC Köln Talk“ wurde vollständig hochgeladen. Also auch der bereits veröffentlichte reine Stefan Ruthenbeck-Teil (HIER) ist wieder integriert. Denn das war ja die eigentliche Intention, das dies als Gesamteinheit gesehen wird.

Ihr könnt euch dennoch durch eure Interessensteile aussuchen:

– Teil 1 – 0 bis 30.00 : Talk der Fanvertreter vor S. Ruthenbeck
– Teil 2 – 30:01 bis 1:13:45 Ruthenbeck nun in der Talkrunde
– Teil 3 – 1:13:45 bis Ende, Vereinspolitische Themen, vom Rückblick auf die Vorgänge Sommer 2017 bis Dezember, 100% FC, Stadionfrage usw. Hier diskutierte nicht nur die Fanrunde, die anwesenden Mitgliederräte beteiligten sich alle lebhaft, auch längerer Redeanteil Philipp Herpel (100% FC)

Man konnte sicher nicht allem gerecht werden, aber auch die Ansätze ergeben Einblicke und förden Diskussionen innerhalb eines Vereins.

Bei Minute 1:43:30 gab es aus technischen Gründen einen Kamerawechsel, der die Qualität ein wenig beeinflusste. Außerdem kann es sein, das ab und an ungewollte Schnitte auftauchen, diese waren aber nur für wenige Sekunden. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen setzte die Kamera halt ab und zu mal aus.

Update zum Talk-Abend – Quo Vadis, 1. FC Köln

Hier ein Update für den angekündigten Talk „Quo Vadis, 1. FC Köln“ (hier) am 29.3.2018 um 20 Uhr im Gaffel am Dom :

Der 1. FC Köln wird mit Stephan Ruthenbeck vor Ort vertreten sein. Der FC-Trainer wird sich die Fanrunde anhören und am Ende auch persönlich Stellung beziehen. Weiterhin haben sich aus dem Gremium des Mitgliederrates bereits fünf Personen zum Talk als Zuschauer angemeldet.

2014-10-20-Vogt-Bartels-Fröhlich-Wagner (12)Bezüglich der Auslastung des Raumes, ein paar Leute können sich HIER noch bis spätestens 17 Uhr anmelden.

Für diejenigen, die sich angemeldet haben noch die Info, das die Sitzplätze nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt …“ verteilt werden. Ausnahme sind vorgenannten FC-Teilnehmer, die aus Gründen des besseren Dialogs in die erste Reihe platziert werden sollen. Ab 19 Uhr sollte man langsam seine Plätze einnehmen.

Zur Erinnerung noch einmal die Teilnehmer der Fanclub- und Fanvertreter Talkrunde:

  • „Jetzt erst recht 2007“, ca. 240 Mitglieder, vertreten durch Norbert Nürnberg
  • „Rheinlandböcke Nievenheim“, ca. 220 Mitglieder
  • „Millennium Geißböcke“, 26 Mitglieder, vertreten durch Thomas Dürrenberg
  • „Nit schlechter wie die Anderlechter“, Fanclub von  Mitarbeitern des Europaparlaments in Brüssel, 65 Mitglieder, vertreten durch Ralf Capito
  • und mit Frank Hauser tritt der Vertreter des meinungsstarken FC-Forums (effzeh-forum.de ) an.

Es sei noch einmal darauf hingewiesen, das dies eine privat organsierte, nicht medial oder sponsorentechnisch beeinflusste oder unterstützte Talkrunden-Veranstaltung ist. In vielerlei Hinsicht ist dies quasi ein Experiment. Daher wird um Verständnis gebeten, wenn nicht alles glatt und routiniert ablaufen sollte. Aber innerhalb der FC-Familie ist dieses Verständnis wohl eh selbstverständlich.

Für diejenigen, die nicht dabei sein können, bereits am Folgetag planen wir, das Video zum Abend hier auf dieser Website zu veröffentlichen.

Das umgekehrte Talk-Prinzip – „Quo Vadis, 1. FC Köln?“

gad_anfahrt_teaser_471Am Donnerstag, den 29.3.2018 um 20 Uhr wird  im ersten Stock des „Gaffel am Dom“ ein etwas anderer Talk unter dem Motto „Quo Vadis, 1. FC Köln?“ durchgeführt. Entgegen der „üblichen Vorgehensweise“ wird es einen reinen, echten Fan Talk mit der Basis des 1. FC Köln schlechthin geben. Fanvertreter von großen und mittelgroßen Fanclubs werden vor Ort sein, um ihre Meinungen ungefiltert und direkt an die Adresse des Vereins zu platzieren. Der 1. FC Köln wurde bereits informiert und ebenso zum Talk geladen.

Die  Talkrunde soll zunächst rein für sich über den Status Quo des FC diskutieren, dies soll auch über die Spieltags Aktualität hinausgehen und so ziemlich alle heiß diskutierten Themen im Fanumfeld betreffen. Dem 1. FC Köln wird die Möglichkeit geboten, diese Runde vor Ort mit zu verfolgen und kann auch via Moderation eingebunden werden, falls es notwendig erscheint. Spätestens im letzten Drittel des Talks könnte auch ein FC-Vertreter die Runde bereichern und Stellung nehmen, sofern vom Verein gewünscht.

Teilnehmer in der Runde sind je ein Vertreter von folgenden Fanclubs:

  • Jetzt erst recht 2007, ca. 240 Mitglieder, vertreten durch Norbert Nürnberg
  • Rheinlandböcke Nievenheim, ca. 220 Mitglieder
  • Millennium Geißböcke, 26 Mitglieder, vertreten durch Stephan Fett
  • Nit schlechter wie die Anderlechter, Fanclub von  Mitarbeitern des Europaparlaments in Brüssel, 65 Mitglieder, vertreten durch Ralf Capito
  • und mit Frank Hauser tritt der Vertreter des meinungsstarken FC-Forums (effzeh-forum.de ) an.

Es soll eben alles ein wenig anders laufen als üblich, der Fan soll im Vordergrund und auf der Bühne stehen, der Verein soll zunächst „nur“ zuhören. Das bekannte Talk-Prinzip soll also umgekehrt werden, denn im Normalfall reden nur die bekannten Persönlichkeiten und der Fan hört zu. Dies einmal umgekehrt umzusetzen, kann für alle Beteiligten interessant sein und neue Blickwinkel auf Diskussionen ermöglichen.

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FC-Talk „Wiedervereinigung“ im Gaffel am Dom, Ralf Friedrichs & Thomas Wagner

Moderiert wird die Gesprächsrunde von Ralf Friedrichs (vormals FC-Stammtisch Talk & Heimspiel Fußball Talk), der neutrale TV-Journalist Thomas Wagner (RTL) wird ebenfalls moderieren, evtl. wird er im Saal Stimmungen und Fragen aufnehmen, auch die von evtl. vor Ort befindlichen Vertretern des 1. FC Köln. Der Talk wird mit der Kamera begleitet, eine Zusammenfassung wird tags darauf veröffentlicht.

Gerne können Fans als Zuschauer an diesem Abend teilnehmen und die Diskussion verfolgen. Bitte HIER namentlich anmelden und die Anzahl der teilnehmenden Personen angeben. 

Herausstellen möchte ich noch, das diese keine Wiederaufnahme des FC-Stammtisch Talks ist, sondern ein für sich alleine stehendes Talk-Event. Ein Turnus ist derzeit nicht geplant.

SCHAFFT DEN VIDEOBEWEIS AB

„Nach einer Nacht drüber schlafen, sieht immer vieles anderes aus.“ Den Tipp hat sicher jeder schon in früher Kindheit oder Jugend von seinen Eltern auf den Weg mitbekommen. Nach den gestrigen Ereignissen rund um das Spiel unseres 1. FC Köln gegen Hannover 96 haben sich einige Dinge über Nacht tatsächlich relativiert, aber nun mal nicht alle. Ich fasse mal meine Erkenntnisse zusammen:

 

  • Meine Zweifel, ob es überhaupt Abseits gewesen ist, wurden wohl widerlegt. Selbst wenn der Pass auf Risse vielleicht einen Tick zu spät angehalten wurde, um die Linie für die TV-Anstalten zu ziehen, dann ist Risse immer noch ganz leicht mit dem Fuß im Abseits. Allerdings ist diese Linie der TV-Anbieter meines Wissens nach nicht kalibriert, sonst würde der Videoschiedsrichter ja immer eingreifen. Wie dem auch sei, es war wohl in der Tat Abseits. Jetzt könnte man sagen, die Gerechtigkeit hat gesiegt, oder?
  • Das ist die KERNFRAGE: Wenn es gerecht zugehen soll, dann hätten auch die beiden Situationen zuvor, als FC-Spieler frei auf´s Tor zuliefen und fälschlicherweise zurückgepfiffen wurden, sanktioniert werden müssen. Vergleichen wir das mal damit, wenn ein gegnerischer Spieler den frei aufs Tor zulaufenden Stürmer umnietet. Was passiert dann? Glatt Rot wegen Verhinderung einer klaren Torchance. Umkehrschluss: Will man die totale Gerechtigkeit wirklich umsetzen, dann müssten diese Szenen mit einer Art Penalty wiederholt werden (aber will das jemand?). Hier wurden dem FC gestern zwei hundertprozentige Torchancen genommen. So viel zum Thema Gerechtigkeit in diesem Spiel.
  • Nach wie vor bin ich der Meinung, dass die zuletzt gegebenen Tore (gerade von Konkurrenten), die ebenso nachweisbar per TV Abseits waren, dann auch nicht hätten zählen dürfen. Man kann sich jetzt natürlich winden und sagen, Risses Abseits war eindeutiger … aber m.E. sind das Ausflüchte, um das Schiedsrichterwesen zu schützen und um vom erneuten Versagen des Videobeweises abzulenken.
  • Für mich steht nach langem Nachdenken über den Videobeweis, den ich zunächst befürwortet habe, mittlerweile fest, dass dieses Sache in dieser Form ganz schnell abgeschafft gehört. Klar, einige Male wurde Gerechtigkeit hergestellt. Doch zu welchem Preis? Wie oft wurde der Videobeweis falsch ausgelegt (beim FC wissen wir ein Lied davon zu singen)? Wie oft wurden Emotionsausbrüche wie gestern abgewürgt? Wie oft wurde ein Spiel langatmig unterbrochen und im Stadion wusste keiner warum?

 

Mein persönliches Fazit: Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. Mir ist klar, das DFL und DFB die Statistiken so auslegen, als wäre die Sache ein Riesenerfolg. Doch wer im Stadion war oder die Spiele im TV gesehen hat, kennt die Wahrheit. Dieser Videobeweis ist eine Farce und gehört abgeschafft. Er tötet Stadion-Emotionen, wird oft fehlerhaft angewandt und entscheidet damit Saisonverläufe mit. Dann können wir auch mit der alten Lösung leben. Die war auch nie gerecht, hat uns Fußballfans aller Vereine aber unsere Emotionen gelassen. Was wir jetzt haben, ist eine Vergewaltigung des Fußballsports.

 

Weg damit!

 

PS: Ja, ich bin Fan des 1.FC Köln und bin somit temporär „betroffen“. Doch der Videobeweis wird grundsätzlich nicht sinnvoller, wenn auch mein Verein davon einmal profitiert. Sollte das demnächst wieder so kommen, werde ich es hinnehmen und es ein Stück weit als kleine Wiedergutmachung ansehen. Dennoch fordere ich weiterhin die Abschaffung. Und, … liebe Fans der anderen Vereine, die uns FC-Fans jetzt „Heulerei“ unterstellen: Schon nächste Woche könnt ihr betroffen sein.