Aussage bzgl. Wiederaufnahme des FC-Stammtisch Talk

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Nicht mehr die „Klappe halten“ … sondern weitermachen, sagen einige

Wer hätte das, was sich ab Ende Mai 2017 bis Anfang Dezember 2017, alles rund um unseren FC ereignete für möglich gehalten? Wahrscheinlich niemand, auch ich werde von den Ereignissen rund um den 1. FC Köln Woche für Woche aufs Neue überrascht und oftmals auch geschockt. Damit ist nicht nur die sportliche Situation gemeint, sondern auch die Vereinspolitik seit Beginn dieser Saison 2017/2018.

Viele FC-Fans sehen Gesprächsbedarf und sind der Meinung, dass der FC-Stammtisch Talk als Diskussionsplattform seine Arbeit wieder aufnehmen soll. Dies wird mir, mehr oder weniger fast täglich, auf mehreren Kanälen immer wieder angeraten. Die schon seit vielen Wochen aufkommenden Fragen, ob ich den Talk in dieser Krisenzeit wieder aufnehme, weil auch die Fans vermehrten Redebedarf haben, häufen sich derart, dass ich nun auch allgemein dazu Stellung nehmen möchte. Manche formulieren auch im Scherz (hoffe ich …), das der Talk nun wieder gemacht werden müsse, schließlich behandelte der letzte FC-Stammtisch Talk am 22.5.2017 auch den bis heute letzten FC-Bundesligasieg!

Das Original ist nicht vergessen

Zunächst einmal ist es natürlich schön, dass das Format nicht vergessen ist und das man sich auch daran zurückerinnert, das es sich dabei um eine konstruktiv-kritische, aber natürlich durch die Fanbasis gelebte, vereinsliebende Plattform gehandelt hat, die den Dialog zwischen Verein, Fans und Medien fördern wollte und dies wohl auch tat. Schließlich entstand der Talk einer Zeit (März 2009), als genau dieser Dialog kaum geführt wurde. Es gab damals weder vom FC angebotene Mitglieder-Stammtische, noch andere Formate, die fanbasiert über die aktuellen Ereignisse redeten. Kurz gesagt, wir waren Vorreiter, quasi der „Original-Stammtisch“.

Der 1. FC Köln hatte sich anfangs des Dialogs verweigert, sich anschließend temporär besinnt um dann unter der neuen, auch heute noch agierenden Führung, sich regelmäßig durch Spieler und Offizielle am Dialog zu beteiligen. Bis zum Ende der Saison 2015/2016 war mehr oder weniger regelmäßig der 1. FC Köln durch Talkteilnehmer vertreten, auch wenn die Intensität in der ersten Bundesliga (ab 2015 etwa) mehr und mehr heruntergefahren wurde.

FC-Rückzug aus dem Format war Hauptgrund für das Ende

Zur Saison 2016/2017 beendete der FC dann endgültig die Zusammenarbeit, was die Spieler des Vereins anging. Mitarbeiter aus dem BackOffice – über die wir uns auch freuten, aber Fans sehen gerne Spieler – nahmen allerdings ab und zu am Talk rund um den besten Verein der Welt teil. Ansonsten aber zog sich der FC aus dem Format zurück, offiziell weil zahlende FC-Partner/Sponsoren bevorzugt werden mussten, aber spürbar auch, weil vermutlich die Inhalte nicht immer dem entsprachen, was sich der Verein wünscht. Dass im Gegenzug die vereinseigenen, weniger kritisch hinterfragenden Formate gestärkt wurden, versteht sich von selbst.

Dem FC-Stammtisch Talk wurde damit eine wichtig gewordene Grundlage entzogen. Schließlich waren die häufigen Besuche der FC-Spieler oder der ersten Reihe der Offiziellen wie Trainer, Präsidium und Management für die Fans quasi „Normalität“ geworden. Auch wenn die Meinungen von Ex-Spielern oder Medienexperten geschätzt wurden, mit denen der Talk dann weiter fortgesetzt wurde, es war abzusehen, dass es so langfristig nicht weiter umsetzbar war. Dazu kam der Fakt, das wohl auch aus vorgenanntem Grund, das Medieninteresse erlahmte. Dem Kölner EXPRESS war die letzte Ausgabe am 22.5.2017 –  trotz seines Status als Medienpartner des Talks – noch nicht einmal einen Bericht wert! Das war sehr schade, auch für die anderen Stammtisch-Partner, wie vor allem die „Kölsch-Kultur“, aber auch „Lömmelömm“ und auch „Gaffel“, die mit dafür sorgten, das die letzte Stammtisch-Saison überhaupt abgeschlossen werden konnte.

Niemand will „draufzahlen“

Gerade die letzte FC-Stammtisch Talk Saison war also von der Durchführung her extrem schwierig und finanziell extrem belastend, da der enorm hohe Aufwand pro Talkrunde wirtschaftlich nicht aufgefangen wurde. Im Klartext, es wurde trotz der vorgenannten, engagierten Partner definitiv „draufgezahlt“ und das leider auch nicht nur ein bisschen!

Somit beantwortet sich die Frage nach einer Wiederaufnahme des Talks – Stand heute – von selbst. So lange es keine sichere Finanzierung gibt, wird es keinen FC-Stammtisch Talk mehr geben. Dies zumal ich persönlich nicht mehr aktiv auf die Suche nach Partnern gehen werde. Zu oft wurde mir in den letzten Jahren bereits ein Finanzierungskonzept in Aussicht gestellt, doch wenn es konkret wurde und finanzielle Aufwendungen ins Spiel kamen, folgte dann oft der Rückzug des potenziellen Partners. Auch hier der Klartext meinerseits: Jeder will den Stammtisch haben, aber keiner will adäquat dafür etwas bezahlen.

Aktuell keine Wiederaufnahme des Talks, es sei denn …

Es gab und gibt natürlich auch persönliche Gründe für meinen Rückzug, denn wie damals auch verkündet, war ich nach über acht Jahren auch der Meinung, dass es bezüglich Talk nun einfach einmal gut sein muss. Dieser Meinung bin ich grundsätzlich noch heute, auch wenn ich natürlich mit großer Freude ab und zu noch Talks für diverse Fanclubs leite.

Aber: Sollte es „irgendwo da draußen“ Leute geben, die es wirklich ernst meinen und bereit sind, ein langfristiges, finanziell tragfähiges Konzept gemeinsam mit mir aufzubauen, welches eine solide Basis für eine Fortsetzung des FC-Stammtisch Talks bildet … dann würde auch die Motivation wieder vollends da sein und daher bin ich immer für Gespräche offen.

Allerdings auch wirklich nur dann, denn so sehr ich den FC liebe, draufzahlen möchte ich nicht mehr!

Sollte dies aber nicht der Fall sein, ist das auch in Ordnung, denn mein Wohlergehen hängt davon nicht ab. Ich hatte bereits acht, insgesamt gesehen wundervolle Stammtisch-Jahre, die mir nicht mehr genommen werden können. Eine Fortsetzung auf solidem Fundament wäre sehr schön, aber für mich nicht zwingend notwendig.

Man kann sich dann immerhin an meinen ab und zu erscheinenden Kommentaren zum 1. FC Köln auf effzeh.com, meiner Facebook-Seite oder hier auf diesem Blog erfreuen oder sich darüber ärgern.

Ich hoffe, mit diesem Statement für etwas Klarheit in dieser Angelegenheit gesorgt zu haben.

Euer Ralf Friedrichs

PS: Come on, FC! Jetzt erst Recht!

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Zum Abschied für Hans Schäfer

Zum Abschied für Hans Schäfer

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Hans Schäfer (2014)

Die Nachrufe auf dich kommen nun, lieber Hans Schäfer. Sie zählen in den meisten Fällen deine Erfolge auf, ein paar Anekdoten, Promis kondolieren, Ende. So ist es nun einmal, auch wenn die Trauer der meisten natürlich ehrlich ist.

Denn die Menschen haben euch bewundert und geliebt, insbesondere die Generation, die das Finale von Bern im Jahr 1954 miterlebt hat. Die in ihren teilweise noch zerbombten Städten und Dörfern am Radio mitgefiebert haben, als ihr elf ganz normale junge Männer auf dem nassen Rasen des Berner Wankdorfstadion ein Fußballwunder geschaffen habt. Die als unbesiegbar geltenden Ungarn habt ihr mit 3:2 besiegt. Jeder weiß das.

Ihr wolltet letztlich nur ein Fußballspiel gewinnen, gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner mit Weltklassespielern, bei denen schon der Klang der ausgesprochenen Namen Ehrfurcht gebot: Puszkas, Hidegkuti, Kocsis, Czibor und wie sie alle hießen.

Ihr wolltet ein Fußballspiel gewinnen … und habt eine Nation geboren

… und ihr habt tatsächlich dieses Spiel gewonnen und dabei – sicher ungewollt und unbeabsichtigt – eine Nation geboren! Das „Wunder von Bern“ löst heute noch bei so gut wie jedem Gänsehaut aus, man braucht nur die Stimme Herbert Zimmermanns zu hören – der ja so wunderbar berichtete, wie du Boszik den Ball abgeluchst hast, um dann nach innen zu flanken – dann hat man die schwarz/weiss Bilder wieder vor Augen. Obwohl ich erst 10 Jahre später auf die Welt kam, ist mir jedes Wort der Radio-Reportage ein Begriff und die Mannschaftsaufstellung kann ich heute noch im Schlaf runterbeten. Vielen geht das so!

Und du warst dabei, ene kölsche Jung vom FC! Darauf war ich immer stolz und bin es bis heute.

Nur kurz nachdem die Nachricht über deinen Tod kam, meldete sich mein Vater. Er hat die Radioübertragung aus Bern als 14-jähriger gehört. Im Waisenhaus, denn er wuchs kriegsbedingt ohne Eltern auf. Wir haben uns über dich unterhalten und mein Vater erzählte mir erneut von deiner Spielweise, die ich leider nie richtig in Augenschein habe nehmen können. Dafür muss man mehr sehen, als ein paar Filmausschnitte. Aber dennoch kann ich mir eine Vorstellung machen, wie du gespielt hast, mein Vater hat es einfach gut beschrieben, denn er hat dich immer genau beim FC beobachtet. Du warst schließlich sein Idol, sein Held.

Nicht ohne Grund, denn hast du ja auch den 1. FC Köln groß gemacht. Zweimal konntest du als Kapitän die Meisterschale entgegennehmen. Große Triumphe,  ohne Frage. Wir als FC-Fans sind sehr stolz darauf.

Der „Urknall“ des deutschen Fußballs

Aber dennoch, Bern stand noch einmal für etwas ganz Besonderes. Es war der „Urknall“ des deutschen Fußballs. Ich bin ganz sicher, hättet ihr diesen ersten Titel nicht geholt, der deutsche Fußball hätte eine andere Entwicklung genommen. Beweisen kann man das nicht, aber man hat es im Gefühl, man schaue nur was aus dem ungarischen Fußball wurde.

Persönlich habe ich dich nicht richtig kennenlernen dürfen. 1997 haben wir aber einmal gemeinsam eine Hochzeit bei gemeinsamen Bekannten gefeiert. Dabei durfte ich einige Male mit dir anstoßen. Mit lecker Kölsch, mit was denn sonst? Wir haben uns gut verstanden,  vielleicht auch weil Fußball an diesem Abend keine Rolle spielte, sondern eine wirklich gelungene und sehr gesellige und launige Feier. Dich auf den FC oder Bern anzusprechen, bei so einem privaten Termin, hätte ich unrichtig gefunden. Aber diese Erinnerung an den Abend wird unauslöschbar sein, auch wenn es keine gemeinsamen Fotos gibt (auch das hätte ich als unpassend empfunden).

Legenden sterben nie

Nun bist du nicht mehr unter uns, aber natürlich irgendwie doch. Denn Legenden sterben nicht, sie leben ewig. Und du bist eine Legende! Eine, die hoffentlich bald neben dem anderen Meisterschaftskapitän des FC – Heinz Flohe – ihr eigenes Denkmal erhalten wird. So oder so. Legenden bleiben. Für immer!

Ruhe in Frieden, Hans Schäfer

 

 

 

Quo vadis, 1. FC Köln?

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FC-Trainer Peter Stöger

Quo vadis, 1. FC Köln?

Wieder einmal brauchte man eine Nacht zum „drüber schlafen“ um überhaupt ansatzweise Erkenntnisse aus dem Spiel des #effzeh gegen Hoffenheim formulieren zu können. Allerdings fällt mir das auch so viele Stunden nach dem Abpfiff noch schwer. Positives gibt es nicht zu berichten, …. Ja, die Mannschaft kämpft, sie gibt alles, aber was dabei herauskommt ist erschreckend wenig bis gar nichts. Sie wirkt derzeit in der Liga nicht konkurrenzfähig und das gilt bis auf den Torwart für alle Mannschaftsbereiche. Die Defensive ist extrem anfällig und sehr fehlerhaft, im Mittelfeld fehlt es durchgehend an Tempo, Spielwitz, Technik und individueller Klasse. Darunter leidet auch der Sturm, der wenig verwertbare Bälle bekommt, jedoch seine durchaus vorhandenen Chancen einfach nicht nutzen kann und dabei oftmals kläglich versagt.

Spürbar harmlos bis zur Peinlichkeit

Dazu kommen noch die unglaublich schlechte Quote bei Flanken und Standards, die mittlerweile ein peinliches Maß an Harmlosigkeit erreicht haben. Die Standards des Gegners hingegen sind jedes Mal gefährlich, weil fast immer ein gegnerischer Spieler nach einer Ecke oder einem Freistoß relativ frei zum Abschluss kommt.

Ein weiteres Kriterium ist die Form der Spieler, nur wenige können halbwegs konstant ihr eigentliches Level zeigen, am ehesten noch Timo Horn, Dominique Heintz und mit Abstrichen Leonardo Bittencourt.

Verantwortlich für all das ist die sportliche Leitung, Peter Stöger selbst spricht völlig zurecht davon, dass dies „Trainerjob“ sei. Nun, nach 11 Spieltagen hat der Wiener immer noch keine Lösungen gefunden, den Abwärtstrend, der bereits nach einer desaströsen Vorbereitung erkennbar war, zu stoppen oder dem entgegenzuwirken. Trotz zweier Siege in den Pokalwettbewerben ist die Mannschaft in der Liga derzeit abgeschlagen Letzter. Wohlgemerkt, es ist nicht mehr länger nur „der Saisonstart“, der missglückt ist. Nach fast genau einem Drittel der Saison kann man nun wirklich nicht mehr nur von einem „Startproblem“ sprechen.

Kein Verharmlosen mehr – Es ist kein „Startproblem“, ein Drittel der Saison ist um

Da die Mannschaft wie verrückt kämpft, wird immer wieder davon gesprochen, dass Stöger die Mannschaft noch erreicht. Bloß, … was gibt der Trainer den Spielern mit? Und welche Signale setzt er? Ist es das richtige Signal nach den wenigen Siegen die Gewinner-Mannschaft im nächsten Spiel wieder auseinander zu reißen? Ist es die richtige Personalentscheidung den jungen Tim Handwerker, der – wenn auch nicht alles gelingt – als einer der wenigen Lichtblicke im Team gelten darf, konsequent aus der Startelf zu lassen? Sind Spieler wie Matthias Lehmann und Konstantin Rausch so unverzichtbar, das sie trotz mittelmäßig bis schlechter Leistung quasi eine Stammplatzgarantie besitzen und konsequent so gut wie immer in der Startelf stehen, sofern sie nicht gesperrt oder verletzt sind?

Die Maßnahmen des FC-Übungsleiters sind zumindest diskussionswürdig, doch ein Großteil der Fans, insbesondere in den sozialen Netzwerken, hat mittlerweile einen personenkultartigen Abwehrmechanismus gegen Kritik an Peter Stöger installiert. Man kann sich zeitweise der Feststellung nicht entziehen, dass es mehr um die Person Stöger geht, als um den 1. FC Köln. Mit den Worten „Ich stehe zu Peter Stöger“ wird eine sachliche und faire Diskussion rund um den Trainer des FC im Vorfeld bereits abgewürgt und dem Kritiker wird vorgeworfen, das man kein echter FC-Fan sei und nicht selten wird eine Mitgliedschaft bei Bayern München empfohlen.

Personenkult um Peter Stöger ?

Der in der Öffentlichkeitsarbeit stets überzeugend auftretende Wiener erscheint vielen Fans mittlerweile als der Heilsbringer für alle Lebenslagen (Messias Reloaded?). Volksnah, offen, natürlich und dabei sehr charmant und witzig zu sein, sind liebenswürdige und positive Eigenschaften für einen Trainer einer Profimannschaft. Sie sind von großem Vorteil in der Außenwirkung. Seine Menschenführung wird dazu allgemein als herausragend dargestellt. Doch sind diese Aspekte alleine entscheidend für einen überdurchschnittlichen Bundesligatrainer? Gehören dazu nicht auch die Disziplinen wie Taktik, Aufstelllungen, Einwechslungen oder Standardtraining?

Man darf auch einmal nachfragen, für welche Art Fußball ein Trainer steht und da kann man bei Peter Stöger durchaus auch Defizite erkennen. Fußballerisch hat sich das Team nämlich nicht herausragend weiterentwickelt, denn in allen Stöger-Jahren operierte der FC oftmals mit langen Bällen auf Stoßstürmer wie Ujah oder Modeste. Der große Erfolg mit Platz 5 im Vorjahr hatte mehr mit einem „Überstürmer“ zu tun, als mit einer neuen Art Fußball, für den der FC steht. Dazu hatte es viel mit einer defensiv-vorsichtigen und dabei wenig attraktiven Spielweise zu tun, die man einem 1. FC Köln aber verzeihen kann, weil das Personal kaum mehr hergab. Dennoch sei auch die Frage erlaubt, warum Mannschaften wie der FC Augsburg oder der SC Freiburg den attraktiveren Ball spielen.

Was nun? Entscheidungen sind gefragt

Doch was nun? Die FC-Führung muss jetzt entscheiden was zu tun ist. „Mit Stöger auch in Liga 2“ wäre die Variante, die bei Fans und Öffentlichkeit den größten Beifall finden würde. Sie hätte auch Charme, weil sie zeigt, dass man weiter auf Kontinuität setzt und würde dem hochgelobten Freiburger Modell entsprechen, wo ein Christian Streich niemals in Frage gestellt wird. Doch ist das überhaupt vergleichbar? Und wann entwickelt sich die gewahrte Kontinuität zur gefährlichen „Nibelungentreue“, die laut Wikipedia eine Form bedingungsloser, emotionaler und potenziell verhängnisvoller Treue beschreibt? Ist der Stöger-Fußball genau das, was man sich – Liga-unabhängig – vom Spielstil des 1. FC Köln in Zukunft vorstellt?

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Ist nun gefragt: Präsident Werner Spinner

Klar ist: Die Option Trainerwechsel darf nach dem schlechtesten Ergebnis nach 11 Spieltagen einer Bundesligamannschaft in 55 Jahren Bundesliga nicht absurd erscheinen. Den Volkshelden Stöger nun in Ehren und durchaus auch mit viel Dankbarkeit zu entlassen um mit einem neuen Trainer und den neuen Impulsen das schwierige Ziel Klassenerhalt anzugehen, wäre der andere, der unangenehmere Weg für die Entscheider. Große Kritik seitens vieler Fans, aber auch der medialen Öffentlichkeit wäre ihnen gewiss, aber die Führung darf nicht den Weg gehen, der mehr Applaus verspricht. Sie muss sehr genau überlegen, was für die Zukunft die beste Entscheidung für den Verein ist und dies begründen und offen artikulieren. Es reicht nicht, sich weiter zu verstecken – gerne auch hinter dem Rücken eines Peter Stöger, der als fast einziger vor die Kameras geschickt wird –  und nur sich im Erfolg zu sonnen, wenn es beispielsweise tolle Zahlen aus der Finanzabteilung zu verkünden gilt.

Noch ist der Abstieg zu vermeiden, gerne mit einem Trainer Peter Stöger. Aber der FC ist nicht alternativlos, man muss zumindest ergebnisoffen intern über die Trainer-Thematik diskutieren und dann entscheiden.

Meine Herren im Vorstand/Geschäftsführung: Bitte entscheiden Sie, kommunizieren dies und stehen Sie dazu!

Talk im Berli Theater – „Das Double 1977/78“

Im Berli-Theater, einem wunderbaren Kino im Stil der 50er Jahre mit der Technik von heute, wurde am 29.10.2017 erstmals nach der Premierenveranstaltung der Film „Das Double 1977/78“ wieder öffentlich präsentiert. Die Veranstaltung war bis auf den letzten Platz ausverkauft und so waren 140 Zuschauer vor Ort, die noch einmal den 1.FC Köln als Sieger im DFB-Pokal sahen sowie zur Krönung die Übergabe der Meisterschale an Mannschaftskapitän Heinz Flohe bestaunen konnten. Der Weg dorthin war nicht leicht, dies konnte man in der Dokumentation noch einmal  feststellen. Dennoch begeisterte der damalige FC durch einen Mix aus enormer Dynamik, unglaublich guten Technikern, offensiven Verteidigern wie Herbert „Zimbo“ Zimmermann und Harald Konopka, einem Goalgetter par Excellence wie Dieter Müller und einem Zauberfuß im Mittelfeld, dem Double-Kapitän und Regisseur Heinz Flohe. Natürlich waren auch Torwart-Idol Harald „Toni“ Schumacher, Mittelfeld-As Herbert Neumann und alle andern Stützen einer tollen Truppe.

Nach dem Film wurde mit Zeitzeugen diskutiert, in der Runde standen Double-Manager Karl-Heinz Thielen sowie die Spieler Herbert Zimmermann und Harald Konopka Rede und Antwort. Auch Heinz Flohes Sohn Nino Flohe äußerte sich zu den damaligen Ereignissen. Gemeinsam mit Filmregisseur Frank Steffan und Moderator Ralf Friedrichs wurde dieser größte Erfolg des 1. FC Köln überhaupt, noch einmal verbal seziert und genossen. Dabei kamen für das Publikum noch einmal interessante Erkenntnisse zu Tage, die sicher noch nicht jedem bewusst waren. Nach dem Talk wurde im Foyer mit den Legenden noch sehr lange über alles diskutiert, natürlich auch über den heutigen FC.

Alles in allem erlebte das Berli-Theater einmal mehr eine ganz besondere Vorstellung, die zu Wiederholungen Anlass gibt.

Oben nun die Talk-Veranstaltung nach dem Film in voller Länge sowie einige Fotos unter diesem Text (Dank an Michaela Türk und Dieter Voss für die Fotos).

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Kommentar zu Jörg Schmadtke

Der Dr. Jekyll und Mr. Hyde des FC geht

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Jörg Schmadtkes Besuch beim FC-Stammtisch Talk im Sommer 2015

Jörg Schmadtke ist nicht mehr Sportdirektor des 1. FC Köln. Ziemlich überraschend wurde sein Vertrag gestern aufgelöst, wohl auf eigenem Wunsch. Damit setzt er sein Verhalten aus früheren Jahren fort, denn auch in seinen Stationen zuvor ging er am Ende freiwillig. Dabei hatte er immer große Erfolge, führte Vereine aus der Bedeutungslosigkeit bis in den Europapokal. Doch am Ende seines Wirkens hatten alle Vereine erhebliche Probleme. Probleme, die Schmadtke genauso mit verantwortet wie die großen Erfolge. In Köln hat sich das leider fortgesetzt und ich verstehe nun den Satz eines Medienvertreters, der bei Schmadtkes Amtsbeginn zu mir sagte: Glückwunsch für die nächsten 2-3 Jahre, Beileid für das, was danach kommt“. Diese Worte waren aus heutiger Sicht prophetisch.

Zwiegespaltene Bilanz

Seine Bilanz ist in meinen Augen zwiegespalten, einerseits steht er für Namen wie Modeste, Heintz, Bittencourt, Osako und Risse. Sein Name steht auch für erhebliche Wertsteigerungen diverser Spieler. Aber eben auch für völlig überteuerte Transfers wie Cordoba und J. Horn oder nicht sonderlich kreative Transfers von Spielern wie Rausch und Rudnevs. Vor allem aber steht er seit mindestens 3 Transferperioden für ungeschlossene Baustellen auf den Positionen im Mittelfeld und auf den Außenpositionen. Insbesondere der Transfersommer 2017/18 hat sich – bis jetzt – als sehr teurer und fataler Irrtum erwiesen.

Brummelig-kauzig oder selbstgerecht?

Seine Art den Verein zu führen brachte dem 1. FC Köln zeitweise gar den Ruf eines Mustervereins ein. Selbst das Umfeld hatte Schmadtke voll im Griff, für manche sogar im Schwitzkasten. Immer ein wenig brummelig, bärbeißig und kauzig wirkte er, was im Erfolgsfall als typische Eigenart ausgelegt wurde. Für manche war er aber auch selbstgerecht und kritikresistent. Doch wie gesagt, der Erfolg gab ihm dabei Recht. Aber so mancher aus dem Umfeld (Presse, Fans) dürfte die Faust in der Tasche gemacht haben und auf seine Gelegenheit gewartet haben, wenn der Erfolg einmal ausbleibt. Nicht verwunderlich, dass er in den letzten Wochen der Krise in den Fokus geriet, er war angreifbar geworden.

Keine Fehlerkorrektur mehr

Für mich überwiegt der große Erfolg der letzten Jahre, für den man ihm als FC-Fan nur danken muss. Aber … es ist schon merkwürdig, dass er die Eigenart besitzt, etwas Großes aufzubauen um das Erreichte dann mit seiner Art in große Gefahr zu bringen. Bevor es aber kippte, war er zumeist bereits weg. So wie jetzt auch, vorgestern wollte er seine Fehler laut Interview noch korrigieren, aber nun hat er es vorgezogen, zu gehen. Schade!

Dennoch, Danke, Jörg Schmadtke!! Nicht für alles, aber für sehr vieles.

 

 

FC Talk der „Millennium-Geißböcke“

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+++ DIE MILLENNIUM-GEIßBÖCKE PRÄSENTIEREN +++

GROSSER FC-EUROPAPOKAL-LIVE-TALK

Der 1. FC Köln spielt wieder europäisch und tritt in der Europa League am 19.10.2017 bei BATE Borisov an. Grund genug, zum vierten Mal – somit mittlerweile Brauchtum – eine Talkrunde rund um den 1. FC Köln und den europäischen Auftritt in Weißrussland zu veranstalten. Wir, der FC-Fanclub „Millennium-Geißböcke“,  freuen uns auf folgende Talkgäste:

– FALKO GÖTZ: ehemaliger Spieler des 1.FC Köln, mit dem er auf erfolgreiche Spiele im Europapokal zurückblicken kann, u.a. die denkwürdige Partie gegen Roter Stern Belgrad, aktuell Gruppengegner des FC in der UEFA Europa League
– KARSTEN HUTWELKER: ehemaliger Profi des 1. FC Köln, erster Zweitliga-Torschütze in der Geschichte des FC. Spielte mit dem VfL Bochum europäisch
– DARIUS ZANDER – Musiker und glühender Fan des 1. FC Köln.

Moderation: Ralf Friedrichs (Initiator & Moderator des FC-Stammtisch Talks sowie Buchautor)

Beginn des Talks: 18:30 Uhr

Ort: Sportsbar Saitensprung Köln Dellbrück, Bergisch-Gladbacher Str. 1008, 51069 Köln-Dellbrück

Der Eintritt ist natürlich frei!

Wir freuen uns auf Euch und einen unterhaltsamen Abend mit Euch! Gerne mit dem ersten FC-Sieg im Europapokal nach 25 Jahren!

90 Minuten FC-Zeitreise

Sonntag 17.9.2017, Premieren-Tag. Weit über ein Jahr Arbeit liegt hinter den Verantwortlichen für den Dokumentarfilm „Das Double – 1977/78“. Es wurde recherchiert, interviewt, gefilmt und geschnitten was das Zeug hielt. Dann aber der große Tag, die Premiere steht an. Nicht in einem Wald- und Wiesenkino, sondern inmitten des Herzens der Millionen-Metropole Köln. Früher hieß dieses Lichtspielhaus direkt am Denkmal des „ruhenden Verkehrs“ einmal UFA-Palast, jetzt nach Wiedereröffnung,  aufwändiger Sanierung und Neugestaltung heißt es „Filmpalast“. Zunächst war mit ca. 250 Besuchern gerechnet worden, aber es zeichnete sich schnell ab, das dies übertroffen werden würde. Es bildete sich eine Schlange bis auf die Straße, das Kino füllte sich mehr und mehr und am Ende blieben nur wenige Plätze frei, über 390 Zuschauer ergab am Ende die Zählung. Weit mehr als erwartet, der ursprünglich geplante Raum für 250 Zuschauer hätte bei weitem nicht ausgereicht. Der Andrang war auch deswegen überraschend, weil der 1.FC Köln nur wenige Stunden später ein Spiel in Dortmund zu spielen hatte und viele Auswärtsfahrer bereits unterwegs waren. Aber die FC-Fans ließen sich nicht aufhalten, sie wollten wohl alle noch einmal in knapp 90 Minuten Deutscher Meister und Pokalsieger werden.

FC Prominenz anwesend

Naturgemäß ließ es sich die FC-Prominenz nicht nehmen, bei diesem Termin zu erscheinen. Vizepräsident und Double-Torhüter Toni Schumacher erschien mit seiner Tochter Perla, welche unbedingt ihren Vater als Spieler auf der großen Leinwand sehen wollte. Double-Manager Karl-Heinz Thielen, Wolfgang Weber, der in dieser Saison gerade vom Spieler zum Co-Trainer befördert worden war, waren ebenso anwesend wie Verteidiger Harald Konopka, der eine große Rolle als Vorlagengeber für Goalgetter Dieter Müller seinerzeit spielte. Klaus Hartmann, der von 1991 bis 1997 Präsident des 1.FC Köln war, ließ sich den Besuch im Kino auch nicht nehmen. Der damalige Vizepräsident unter Peter Weiand freute sich besonders, ebenso wie die vorgenannten ehemaligen Spieler, den Mannschaftsarzt von 1977/78, Dr. Bonnekoh, in die Arme nehmen zu können. Der Besuch des älteren Herren überraschte und erfreute viele ehemalige Weggefährten, spielte er doch eine große und positive Rolle in der so erfolgreichen Spielzeit. Im Film hat der Mannschaftsarzt auch einige große Auftritte, in denen er sogar dem damaligen mächtigen Trainer Weisweiler auf humorige Weise Paroli bot, als es einmal angebracht war.

Weitere prominente Gesichter waren unter den Besuchern zu finden, Ex-Manager Michael Meier war gekommen, ebenso der Kölner Rapper Mo Torres und der RTL Moderator Thomas Wagner („100% Bundesliga – Fußball bei NITRO“). Auch der Sprecher des Films ist kein Unbekannter, der legendäre kölsche Sänger Gerd Köster ließ sich natürlich auch den Kinobesuch nicht entgehen. Zu finden waren aber auch viele bekannte Gesichter der FC-Familie, Fanclubvertreter und eben normale FC-Fans, die dem Verein schon seit Ewigkeiten die Treue halten. Sie alle waren gekommen um die erfolgreichste FC-Saison aller Zeiten noch einmal auf der großen Leinwand erleben zu können.

 

Grund für den Film: „Selbst die Beteiligten wissen nicht mehr alles“

Nach einer bewusst kurzen Einführung durch Moderator Ralf Friedrichs begrüßte schließlich Regisseur und Filmemacher Frank Steffan seine Gäste und erläuterte noch einmal die Intention seines Films. „Zu viel ist über die Jahre in Vergessenheit geraten, sogar bei den Beteiligten selbst.“ Dies wolle man durch einen aufwändig recherchierten Film für immer ändern, denn so eine Dokumentation sammelt die Erinnerungen vieler und dadurch ergibt sich ein komplexeres Bild. Dazu gehört auch der Zeitgeist der späten 70er Jahre, der neben dem fußballerischen Aspekt auch eine Rolle im Streifen spielt. Mit den Worten „Film ab“ beendete Frank Steffan seine kurze Ansprache , das Licht erlosch und es ging los.

 

 

Zu viel soll an dieser Stelle über den Inhalt des Films nicht verraten werden, jeder kann sich über die DVD (hier bestellbar) sein eigenes Bild machen. Nur so viel, das Publikum reagierte erfreut, immer wieder gab es an einzelnen Stellen spontanen Applaus und auch Jubel, z.B. als Toni Schumacher auf der Leinwand einen Elfmeter parierte oder Heinz Flohe das wichtige Tor gegen Mönchengladbach erzielte. Auch der Fan Jaki Nimmesgern, der Toni Schumacher in Hamburg am letzten Spieltag in einer berühmten TV-Szene um den Hals fiel (Toooni, … Meister), war mehrfach im Film zu sehen und zu hören und eroberte das Herz des Publikums dank seiner witzigen Aussagen. Der Sonderapplaus war ihm dadurch gewiss. Am Ende des Films klatschte die Menge begeistert und langanhaltend, was die Filmemacher sehr erfreute, schließlich war dies das beste Zeugnis für die geleistete Arbeit.

 

Toni Schumacher: „Großartig! Grandios!“

Toni Schumacher, der es eilig hatte, um noch nach Dortmund zu kommen, zeigte sich in seiner kurzen Stellungnahme begeistert: „Großartig! Grandios! Schön, das man noch einmal auf die erfolgreichste FC-Mannschaft aller Zeiten Ende der 70er Jahre zurückblicken konnte. Die Leute sind begeistert, das müsst ihr euch unbedingt ansehen. Fantastisch!“ Auch die Statements von FC-Prominenz und Fans gingen in diese Richtung. Wolfgang Weber („Toller Film“), Karl Heinz Thielen („Beeindruckend, klasse Spielszenen, dieser Film beweist, dass der 1.FC Köln einmal Spitze in Deutschland war, ich bin sehr zufrieden“) und Harald Konopka („Sehr gut! Riesige Emotionen“) zeigten sich jedenfalls sehr zufrieden.

Anschließend blieben noch viele Zuschauer im Foyer, deckten sich mit der DVD oder dem „Double-Buch“ ein und tranken auf die soeben noch einmal gewonnene Meisterschaft plus Pokal den einen oder anderen Sekt oder andere Kaltgetränke. Die alten Zeiten lebten wieder auf, denn das Gesehene wurde noch einmal komplett durchdiskutiert. Für alle am Film Beteiligten war dabei der Gesichtsausdruck der Fans eine schöne Belohnung, denn so gut wie überall konnte man ein zufriedenes Lächeln und schon ein klein wenig glänzende Augen erkennen. Der 1.FC Köln ist ein Traditionsverein und man war sich bewusst geworden, warum er dies ist. Durch Erfolge wie das gewonnene Double darf man Titel im Briefkopf aufführen, auf die man stolz sein darf … und das geht an so einem Tage dann auch über ein einzelnes Spiel, welches im Nachhinein bekanntermaßen nicht gut lief.

Das Double, welches diese Saison 40 Jahre alt wird, war bereits etwas Besonders, als es erreicht wurde. Dennoch hat sich niemand, der damals vielleicht noch Teenager war, es sich träumen lassen, das man 40 Jahre später als bereits reifer und erfahrener Mensch noch einmal so groß feiern würde. Schließlich hatte man 1978 gehofft, dass es so weitergeht. Jeder weiß, dass es anders kam und das die Größe des Augenblicks des Jahres 1978 in dieser Form nicht erkennbar war. Dieser Film bringt diesen großen Moment wieder zurück und ein klein wenig kann man sich auch im Jahre 2017 wieder als Double-Sieger fühlen. Man muss sich eben nur diesem Film anschauen.