Kommentar zu Jörg Schmadtke

Der Dr. Jekyll und Mr. Hyde des FC geht

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2015-7-29-Schmadtke-Th.Wagner-Haubrichs (25TRANS)

Jörg Schmadtkes Besuch beim FC-Stammtisch Talk im Sommer 2015

Jörg Schmadtke ist nicht mehr Sportdirektor des 1. FC Köln. Ziemlich überraschend wurde sein Vertrag gestern aufgelöst, wohl auf eigenem Wunsch. Damit setzt er sein Verhalten aus früheren Jahren fort, denn auch in seinen Stationen zuvor ging er am Ende freiwillig. Dabei hatte er immer große Erfolge, führte Vereine aus der Bedeutungslosigkeit bis in den Europapokal. Doch am Ende seines Wirkens hatten alle Vereine erhebliche Probleme. Probleme, die Schmadtke genauso mit verantwortet wie die großen Erfolge. In Köln hat sich das leider fortgesetzt und ich verstehe nun den Satz eines Medienvertreters, der bei Schmadtkes Amtsbeginn zu mir sagte: Glückwunsch für die nächsten 2-3 Jahre, Beileid für das, was danach kommt“. Diese Worte waren aus heutiger Sicht prophetisch.

Zwiegespaltene Bilanz

Seine Bilanz ist in meinen Augen zwiegespalten, einerseits steht er für Namen wie Modeste, Heintz, Bittencourt, Osako und Risse. Sein Name steht auch für erhebliche Wertsteigerungen diverser Spieler. Aber eben auch für völlig überteuerte Transfers wie Cordoba und J. Horn oder nicht sonderlich kreative Transfers von Spielern wie Rausch und Rudnevs. Vor allem aber steht er seit mindestens 3 Transferperioden für ungeschlossene Baustellen auf den Positionen im Mittelfeld und auf den Außenpositionen. Insbesondere der Transfersommer 2017/18 hat sich – bis jetzt – als sehr teurer und fataler Irrtum erwiesen.

Brummelig-kauzig oder selbstgerecht?

Seine Art den Verein zu führen brachte dem 1. FC Köln zeitweise gar den Ruf eines Mustervereins ein. Selbst das Umfeld hatte Schmadtke voll im Griff, für manche sogar im Schwitzkasten. Immer ein wenig brummelig, bärbeißig und kauzig wirkte er, was im Erfolgsfall als typische Eigenart ausgelegt wurde. Für manche war er aber auch selbstgerecht und kritikresistent. Doch wie gesagt, der Erfolg gab ihm dabei Recht. Aber so mancher aus dem Umfeld (Presse, Fans) dürfte die Faust in der Tasche gemacht haben und auf seine Gelegenheit gewartet haben, wenn der Erfolg einmal ausbleibt. Nicht verwunderlich, dass er in den letzten Wochen der Krise in den Fokus geriet, er war angreifbar geworden.

Keine Fehlerkorrektur mehr

Für mich überwiegt der große Erfolg der letzten Jahre, für den man ihm als FC-Fan nur danken muss. Aber … es ist schon merkwürdig, dass er die Eigenart besitzt, etwas Großes aufzubauen um das Erreichte dann mit seiner Art in große Gefahr zu bringen. Bevor es aber kippte, war er zumeist bereits weg. So wie jetzt auch, vorgestern wollte er seine Fehler laut Interview noch korrigieren, aber nun hat er es vorgezogen, zu gehen. Schade!

Dennoch, Danke, Jörg Schmadtke!! Nicht für alles, aber für sehr vieles.

 

 

2 Kommentare

  1. Sehr schöne Zusammenfassung!!
    Allerdings wurde er in Aachen entlassen, nachdem er gesagt hat, dass er nicht mehr verlängern will (zumindest habe ich das so in Erinnerung).

  2. Zunächst gehört dem Schreiber dieses Artikels meine Hochachtung, besser hätte man das nicht schreiben können. Zu Jörg Schmadke muss ich sagen hatte ich als er zum FC kam die gleiche Meinung da ich wusste wie er tickt, nur hatte ich gutgläubig wie ich bin auch die Hoffnung das dies in Köln nicht so endet weil man ja auch als Schmadke dazu lernt, so hoffte ich zumindest. Gestern wurde ich eines besseren belehrt. Schade eigentlich. Aber ich schließe mich dem Schreiber mit seinen Worten an : Danke, Jörg Schmadtke!! Nicht für alles, aber für sehr vieles.


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