Das Cover-Foto von „The Lesson Today“

1984-9-XX-Domplatte RollerSkates (0)

Das Buch „The Lesson Today – Als ich in den 13. Juli 1985 zurückkehrte“ ist seit geraumer Zeit offiziell im Buchmarkt erhältlich. In der Story geht es um eine Zeitreise eines Mittvierzigers in seine Vergangenheit, nämlich in sein eigenes „Ich“ des Jahres 1985.

Bei der Gestaltung des Covers war ein professioneller Grafiker involviert, der die Vorlage des heute bekannten Schallplatten-Covers lieferte. In der Diskussion mit Verlagschef und Grafiker brachte ich seinerzeit die Idee mit ein, zusätzlich einen 80er Jahre typischen Gegenstand in das vorhandene Cover einzuarbeiten. Nachdem wir zuvor mit einem Walkmann oder einer damals üblichen Musik-Cassette geliebäugelt hatten, fiel mir ein altes Foto aus meinem persönlichen Bestand ein, welches m.E. optimal zur Thematik passte. Dieses Foto (siehe oben) sandte ich meinen Partnern zu und kurz darauf war die Entscheidung gefallen, … „Das packen wir mit drauf!“

Aus mehreren Gründen wurde gerade dieses Foto ausgewählt. Viele, die das Buch gelesen haben, erkundigten sich speziell nach der Aufnahme. Die Art der Fragen war dabei fast immer gleich:

Warum gerade dieses Foto? 

Weil es gleich mehrere Inhalte des Buches symbolisiert: Zum einen die Rollschuh- und Skaterszene der 80er, dann die aus heutiger Sicht etwas fragwürdige „Mode“ dieses Jahrzehnts. Zusätzlich entspricht das Alter der Haupt-Protagonisten dem der 19-jährigen Hauptfugur im Roman.  Auch das Alter des Fotos, welches man deutlich anhand der Farbgebung erkennen kann, passt perjekt. Schließlich wurde die Szenerie auf der Kölner Domplatte im Bild festgehalten. Diese findet auch im Roman einen breiteren Raum, weil dort der deutsche Beitrag zum Live AID Konzert aufgeführt wurde.

Wer sind die Typen auf dem Foto („ … bist du das?“) 

Sicher die meistgestellte Frage …. und „JA!“ … ich bin auch auf diesem Foto zu sehen ( … der größere der beiden Skater in den hellblauen – nicht weißen – Klamotten). Auf der Original-Aufnahme bin ich rechts zu erkennen, auf dem Buchcover allerdings links. Das Bild wurde gespiegelt, weil der andere Skater („Friedel“) aufgrund besserer Haltung und professioneller Skater-Schuhe auf der Vorderseite des Covers zu sehen sein sollte. Er war, das muss man zugeben, der etwas geschmeidigere Skater. Dabei weiß ich leider nicht mehr genau, um wen es sich genau handelt. Ich habe lediglich seinen Vornamen „Friedel“ behalten, wobei ich mich nicht mehr erinnere, ob es ein realer- oder ein Spitzname war. Er wurde von allen Friedel gerufen, also gehe ich davon aus, dass er auch so hieß und immer noch heißt. Mehr ist mir jedoch nicht bekannt, weil das damals ein Kommen und Gehen war. An dieser Stelle mein vom Kölner Stadt-Anzeiger unterstützer Aufruf, … Friedel, bitte melde Dich… dann reden wir u.a. über die „alten Skater-Zeiten“!

Wann wurde die Aufnahme gemacht? Tatsächlich, „am Tag vor Live AID“, wie auf dem Cover steht? 

Nicht ganz! Das Foto entstand es gut 10 Monate zuvor, sehr wahrscheinlich an einem Wochenende Mitte/Ende September 1984. Das war der Zeitraum, in dem ich an manchen Sonntagen, spontan in die Innenstadt nach Köln fuhr, um mich der Skater-Szene anzuschließen. Da wurde sich nicht groß verabredet, da war immer jemand dabei, den man kannte und mit denen man ein wenig auf der Domplatte zur Musik vom Ghettoblaster „rumfetzen“ konnte. Spontan wurden dort Vorführungen abgehalten, es wurden Pirouetten gedreht, Tanzeinlagen vorgeführt und es wurden Sprünge zelebriert. Es bildeten sich oft Zuschauerkreise, wie man auch ansatzweise im Foto erkennen kann. Das ganze war ein Riesenspaß und auch ein gutes Training, um sich zu verbessern.

Das Foto haben wir dennoch für das Cover genommen, weil der Zeitgeist sich in diesem verhältnismäßig kurzen Zeitraum kaum veränderte und auch im Juli 1985 kaum anders ausgesehen hätte.

Weiter unten findet man übrigens einige weitere Fotos, die am gleichen Tag aufgenommen wurden!

Die Qualität des Bildes ist auffällig schlecht. Warum? 

Bei der Kamera handelte es sich um eine sogenannte Compact Disc (nein, nicht die CD, die Kamera hieß wirklich so). Ein Format, welches sich nie durchsetzte. Es wurde eine Scheibe mit lediglich 15 Dias eingelegt, … und mehr als diese 15 Fotos konnten auch nicht gemacht werden. Die Negative waren winzig klein, daher die suboptimale Qualität (sehr grobkörnig) der Fotos. Außerdem waren die Fotostudios damit oft überfordert und man musste wesentlich länger auf die Entwicklung warten, als bei „normalen“ Kleinbild-Formaten. Für das Buchcover haben wir das Foto als Polaroid-Aufnahme dargestellt, weil es eher in die 80er passte und somit „typischer“ für die Zeit war. Ebenso typisch sollte der handschriftliche Zusatz „Am Tag vor Live AID“ sein, … ein jeder mag einmal in seine Fotoalben der Vergangenheit schauen und die schritftlichen, persönlichen Erklärungen der damaligen Zeit bestaunen, die man heute wohl eher anders formulieren würde.

Wo genau auf der Domplatte wurde das Foto gemacht? 

Eine gewisse Ironie ist schon dabei, das dieses Bild vor der „Köselschen Buchhandlung“, neben dem Römisch-Germanischen Museum aufgenommen wurde. Niemand konnte ahnen, das dieses Foto dann auch einmal ein Buch zieren würde, welches dann auch in dieser Buchhandlung angeboten wird.

Hier nun noch die weiteren Fotos vom „Aufnahmetag“ im September 1984 …

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Was immer da an Performance angeboten wurde, der Gesichtsausdruck wirkt nur halb so „cool“ 😉

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Sein Name war Bedir und er konnte mit den Roller-Skatern extrem weit springen, bis zu 15 nebeneinander liegende Leute. Bemerkenswert! Dafür erntete er immer den größten Applaus der Menge.

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Es war ein loser Verbund, der sich Sonntags immer auf der Domplatte traf. Man kannte sich nicht wirklich, genoß aber die gemeinsame Zeit und frönte seinem Hobby. Das verband, auch wenn man nicht alle Vornamen kennt.

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Auch sein Name ist im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten, Er war aber ein guter Skater, der vor allem die schwierigen Piroetten perfekt beherrschte. Ob er gut 30 Jahre später immer noch so schmal ist?

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Wenn auch das Foto unscharf ist, so sieht man doch, das hier eine Rückwärtsfahrt dargeboten wird. Danach wurde meistens ein Sprung mit einfacher Drehung angesetzt, das Publikum drum herum nahm es dankbar hin.

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