1.FC Köln – Privataufnahmen aus dem Jahr 1973

Das letzte Spiel im alten Müngersdorfer Stadion

* Es muss im Jahr 1973 gewesen sein. Damals sind mein Bruder und ich mit meinem Vater nach Köln-Müngersdorf gefahren, um das allerletzte Fußballspiel im „alten“ Müngerdorfer Stadion zu beobachten. Es handelte sich um ein Freundschaftsspiel zwischen dem 1.FC Köln und Fortuna Köln.

Mein Vater hatte seine Super-8 Kamera mitgenommen, das hatte uns Jungs natürlich elektrisiert. Endlich konnten wir uns einen eigenen Film unserer Stars des FC herstellen. Damals war das Wort „Video“ noch völlig unbekannt, von Digitalkameras ganz zu schweigen. Man hatte drei Minuten (wenn man denn einen GANZEN Film vergeuden wollte), die man maximal auf Zelluloid bannen konnte.

Mein Vater wollte logischerweise die Spielstätte, wo sein Hans Schäfer und seine Mannen 1962 und 1964 den jeweiligen Grundstein für die ersten beiden Meisterschaften des 1.FC Köln legte, noch einmal für spätere Zeiten filmen und er verbrauchte somit das komplette Material. Nun mussten wir aber noch gut 2 Wochen warten, ehe wir das Material sichten konnten. Schließlich wurde der Film „eingeschickt“ (ins Labor, wussten wir damals nicht, für uns wurde der halt „eingeschickt“) und man musste sich gedulden, bis irgendwann der entwickelte Film im Briefkasten lag.

Als der Film dann endlich eintraf und wir am Abend den Projektor plus Leinwand aufgestellt hatten, war die Enttäuschung groß! Leider, leider muss bei der Aufnahme einiges mit der Belichtung nicht gestimmt haben. Nach etwa 25 Sekunden, in denen man noch alles recht gut erkennen kann, wird das Bild dunkler und auch immer unschärfer. Der Film wurde als „misslungen“ betrachtet und wanderte in den „Restekarton“.

Etwa 18 Jahre später erhielt ich als junger Mann meine erste eigene Video-Kamera. Ich überspielte alle Super-8 Filme meines Vaters auf Video (später DVD). Dabei fand ich den vergessenen Film über den Abriss des alten Stadions. Aus nostalgischen Gründen überspielte ich auch diesen. Mittlerweile fand ich es gar nicht mehr so schlimm, dass die Aufnahme nicht optimal war. Ich war einfach froh, überhaupt ein Zeitdokument meines FC, der Fortuna und des Stadionumbaus zu besitzen. Genau so froh bin ich, diesen nun der „Weltöffentlichkeit“ (Köln ist ja quasi „die Welt“) zu präsentieren.

Leider ist der Film durch das erneute „abfilmen“ nun noch schlechter geworden, als das Original. In der Anfangssequenz kann man jedoch einiges erkennen. Das alte Stadion hatte bereits teilweise keine Tribünen mehr. Dann kommen erste Spieler. Erkannt habe ich den semmelblonden Jupp Bläser, Hannes Löhr, Bernd Cullmann, Jürgen Glowacz und Heinz Simmet. Beim lockeren Aufwärmtraining (da schon dunkel) glaube ich meinen Fußball All-Time Hero Heinz Flohe (mit Schnauzbart) und Harald Konopka erkannt zu haben. Zwischendurch spielt eine Kapelle, wahrscheinlich zu Ehren des letzten Spiels.

Schließlich erscheint (wieder deutlicher) mit „kleines dickes Tschik“, – also Cik Cajkowski – der Trainer auf der Bildfläche. Er pfeift, ruft seine Truppe zusammen (im Hintergrund hält wieder Jupp Bläser den „Ball hoch“) und gestikuliert in seiner ihm eigenen Art und Weise. In der folgenden Gesamtaufnahme sieht man zwei Spieler am linken Bildrand miteinander balgen (wie Schuljungs), während Tschik weiter seine Mannschaft einstellt. Danach sehen wir den Trainer, wie er einen Torwart – den ich beim besten Willen nicht erkennen kann – warm schießt.

Schließlich erscheinen die Fortuna Spieler, im knallorangene-farbenen Trainingsanzügen. Von denen erkenne ich niemanden, mit einer Ausnahme. Die „schwarze Perle“ (so sagte man das damals, ohne böse Hintergedanken) Julio Baylon, einen peruanischen Nationalspieler der auch bei der WM74 in Deutschland aktiv war. Das ist auch eine persönliche Erinnerung, schließlich raunte um uns herum alles … „dä kütt dä Baylonn“. Er ist dann auch im Film, trotz der Qualität, noch verhältnismäßig gut zu erkennen.

Das war die letzte Szene, die ich noch überspielt habe. Der Rest war so undeutlich, dass man dies nicht mehr verwenden konnte.

Trotz der schlechten Aufnahme ist dies ein persönliches Zeitdokument, welches ich nicht missen möchte. Ich hoffe, einige „Nostalgiker“ haben auch ihren Spaß daran!

Ach so, wie das Spiel endete weiß ich nicht mehr. Es war ein lockerer Freundschafts-Kick ohne große spielerische Momente. Es sind viele Tore gefallen, 8:6 oder so … aber darauf kam es ja an diesem Tag auch nicht an.

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* (Diesen Artikel veröffentlichte ich bereits vor über 4 Jahren hier in meinem alten Blog. Der Film, um den es geht, konnte technisch noch einmal verbessert werden. Daher hier der „neue“ Film, der zwar immer fehlerhaft bleiben wird, aber man kann dieser historischen Aufnahme doch wesentlich mehr Details entnehmen als beim ersten Mal)

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